Pfannkuchen / Berliner / Krapfen – was auch immer!

Eines der ersten Dinge, die ich auf Reisen gelernt habe: wenn ich von Pfannkuchen spreche, haben die meisten Menschen das Bild von Eierkuchen aus der Pfanne im Kopf. Da kann man herrlich aneinander vorbeireden! Aber aus der Region, wo der Vorkoster und ich herkommen, heißen diese runden Dinger nun einmal Pfannkuchen. International haben wir uns auf Berliner geeinigt.
Denn die gefüllten Hefekugeln sind tatsächlich international: in Frankreich gibt es sie in jedem Supermarkt, oft im praktischen 8er Pack, z. B. gefüllt mit Apfelmarmelade. Sehr typisch sind sie auch in Portugal: dort gibt es sie u.a. im deutschen Discounter sogar ganz frisch in der Backstation oder am Strand! Wenn Saison ist, laufen die Männer bepackt mit großen Taschen den Strand entlang und schreien ´Bolaaaaa Berlim´. Das tut nicht nur einer, nein, es gibt mehrere Händler, mit dem gleichen Ausruf! Strandunterhaltung pur!Pfannkuchen http://www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de

Aber nun zurück zu den Berlinern aus dem blauen Kasten! Meine ersten Versuche sahen mehr als kläglich aus, ich hatte zu wenig Erfahrung mit dem Hefeteig, mit dem Frittieren und mit allem überhaupt. Einfach nur frustrierend. Mein letzter Versuch ist jetzt 2 Jahre her – die konnten sich damals schon durchaus sehen lassen aber es gab noch Verbesserungsbedarf.

Nun hat es mich aber wieder gepackt: ich wollte so gerne diese Kugeln richtig gut hinbekommen! Und das obwohl Silvester und Karneval lange vorbei sind. (Wobei ich ohne dem regelmäßigen Konsum anderer Foodblogs von solchen Ereignissen unterwegs so gar nix mitbekomme…).Pfannkuchen http://www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de

Nun, was soll ich sagen: ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Der Teig ist wirklich richtig schön fluffig! Und hey, ich habe einen hellen Rand um den Bauch der Berliner hinbekommen. Yeah!

Befüllt habe ich sie mit Erdbeermarmelade, eingekocht im letzten Frühjahr mit Marokko-Erdbeeren. Es eignet sich natürlich auch jede andere Marmelade oder Pudding oder Karamell… Mit Hilfe der Churrospritze und dem richtigen Aufsatz ging das super!  Wer keine Gebäckspritze mit sich im Womo rumfährt, nimmt einfach eine Spritzflasche wie diese hier: Pfannkuchen Spritzflaschen http://www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de

Oder aber Ihr schneidet den Berliner in der Mitte auf, streicht auf die Unterseite eine dicke Schicht Pudding und legt die Oberseite wieder drauf. Womo-tauglich!

Nun aber mal zum Rezept:

Pfannkuchen / Berliner / Krapfen

für 8 Stück

  • 3 Eigelbe
  • 1 Tüte Trockenhefe
  • 350g Mehl
  • 180ml Milch
  • 40g Butter oder Margerine
  • 1 Prise Salz
  • 30g Zucker
  • 1 Liter Pflanzenöl zum Ausbacken
  • ca. 250g Erdbeermarmelade für die Füllung

Schmelzt die Butter und lasst sie etwas abkühlen.

Die Milch erwärmt Ihr nur leicht bis sie lauwarm ist, nicht wärmer!

Nun verrührt Ihr 3 EL der Milch zusammen mit der Hefe und 1 EL Zucker und lasst dies für 10 Minuten stehen.

Das Mehl, den restlichen Zucker und das Salz vermischt Ihr in einer Schüssel, fügt die Eigelbe, die restliche Milch, die abgekühlte Butter und die Hefemischung hinzu und vermischt alles gründlich mit Hilfe einer Gabel. Dann knetet daraus mit den Händen zuerst in der Schüssel und danach auf der Arbeitsfläche einen geschmeidigen Teigkloß. Lasst Euch dabei Zeit und knetet den Teig ruhig für 5 Minuten gut durch.

In einer abgedeckten Schüssel an einem warmen Ort für 1 Stunde gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.

Rollt den Teig auf der Arbeitsfläche mit einer Dicke von 2cm aus. Nehmt ein (Marmeladen-) Glas mit einem Durchmesser von 7cm und stecht Kreise aus. Faltet den übrig gebliebenen Teig wieder zusammen, rollt ihn auf 2cm Dicke aus, stecht wieder Kreise aus… – bis kein Teig mehr übrig ist. Die Teigkreise müssen abermals abgedeckt an einem warmen Ort schön aufgehen. Das dauert 30-60 Minuten.

Das Öl erhitzt Ihr auf 160Grad. Dann lasst Ihr 1-2 Teiglinge ins heiße Öl gleiten und jede Seite für 1,5Minuten backen. Die Pfannkuchen sollten nicht zu braun werden! Perfekt sind sie mit einer goldenen Farbe und einem hellen Ring um den Bauch.

hübsche Schneebälle!
hübsche Schneebälle!

Lasst die fertigen Berliner auf Küchenpapier abtropfen.

Rührt Eure Marmelade gründlich durch. Wenn sie zu stückig ist geht Ihr kurz mit Eurem Pürierer rein. Füllt die Gebäckspritze voll Marmelade, wählt einen spitzen Aufsatz, stecht jeden Berliner von der Seite mittig ein und quetscht die Marmelade langsam rein. Geht dabei behutsam vor, füllt nicht so viel Marmelade ein, dass die Kugeln Risse bekommen! Probiert erstmal vorsichtig, dann merkt Ihr schon wieviel Marmelade sie vertragen.

Pfannkuchen http://www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de
Spiel mit dem Essen!

Wer mag, bepudert die Pfannkuchen nun mit Staubzucker und verputzt dann gleich einen (nach dem anderen…) .

Diese Berliner machen immer gute Laune und regen mich ein wenig zu Spielen an. Mit dem Puderzucker erinnern sie ja etwas an Schneebälle… oder wie wärˋs mit einem Schneemann, der in der Sonne nicht schmilzt?!

 

Habt es schön!

Eure Doreen

P.S. Da in den Kommentaren die Frage zu dem hellen Rand um die Berliner Pfannkuchen aufkam, hier ein Foto zum Vergleich: 2 Krapfen, ungefüllt und völlig nackt – so wie ich sie geschaffen habe: der Linke wurde ausgestochen und hat einen hellen Rand bekommen, den Rechten habe ich per Hand zur Kugel geformt – genauso lecker aber ohne helle Bauchbinde.

Pfannkuchen http://www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de

12 Gedanken zu „Pfannkuchen / Berliner / Krapfen – was auch immer!“

  1. Liebe Doreen,
    auch hier noch einmal vielen lieben Dank für Deine Teilnahme. Ich bin ja ein riesen Krapfen-Fan und freue mich sehr darüber, diese leckeren Teilchen nun auf meinen Sweet-Table zu stellen. Viele Glück für die Wahl der Gewinner und herzlich willkommen auf meinem Geburtstagstisch! Viele liebe Grüße, Lixie <3

  2. Hi Doreen,
    oh ich liebe Krapfen, wie sie in meiner Gegend heißen 😉 So einen tollen weißen Rand um den Bauch bekomme ich leider nie hin, wenn ich sie selbst zubereite. Aber egal, Hauptsache sie schmecken. Am liebsten esse ich sie mit einer Himbeer-Johannisbeer-Marmelade gefüllt.
    LG Melli

    1. Himbeer-Johannisbeer-Marmelade hört sich auch sehr lecker an! Und stichst Du deine Krapfen immer aus oder formst Du sie mit der Hand zu Kugeln? Ich schätze, dass durch das Ausstechen der weiße Rand beim Ausbacken entsteht. Aber Du hast Recht, am Geschmack tut der gar nix ändern 😉 !

      1. Ich forme sie mit der Hand zu Kugeln. Meinst du wirklich, es liegt am Ausstechen? Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich „Krapfen“ gemacht habe und du „Pfannkuchen“ 😉

        1. …jetzt, wo ich genau darüber nachdenke, bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass es am Ausstechen liegt. Denn ich hatte sie am Anfang mal per Hand geformt und da haben sie keinen hellen Rand bekommen. Man sieht auch, wenn die Kugeln nach dem Ausstechen aufgehen, dass sich da schon so ein Rand zwischen Unter- und Oberseite bildet. Ich hatte eh vor sie in dieser Woche nochmals zu backen und da werde ich einen mal per Hand formen und vom Ergebnis berichten!

          1. Liebe Melli! Nein, ich habe Dich nicht vergessen! Ja, ich habe die Pfannkuchen mittlerweile nochmal nachgebacken. Nein, sie sind nix geworden, weil da grad mieses Wetter war und der Teig nicht gehen wollte (ich schieb es jetzt mal aufs Wetter!) – im Fett sind sie aufgegangen aber vorher nicht also kein Rand. Ja, mittlerweile hat es hier wieder 30Grad und ja, ich verspreche Dir, ich back für Dich noch vor Ostern Berliner Pfannkuchen aka Krapfen! Mit Bauchbinde ;).

          2. Liebe Melli,
            ich habe es getan und die Berliner Pfannkuchen nochmals gebacken.
            Der Krapfen, den ich mit einem Glas ausgestochen habe hat eine Bauchbinde bekommen.
            Einen weiteren habe ich mit dem am Ende noch übrigen Teig mit der Hand zu einer Kugel geformt – der hat keine Bauchbinde bekommen.
            Man sieht beim Ausstechen schon, dass sich die Berliner in einen Ober- und einen Unterteil ˋteilenˋ. Das passiert eben beim mit der Hand formen nicht.
            Der 2. entscheidene Grund für eine Bauchbinde: nach dem Ausstechen sollten es die Krapfen richtig warm (zwischen 30 und 40Grad) haben – dann gehen sie ˋschwungvollˋ auf, nicht langsam.
            Auch das erste Gehen des Teiges sollte eher schnell als langsam gehen. Dann klapptˋs auch mit dem hellen Ring um den Bauch.
            Liebe Grüße, Doreen

  3. Hi Doreen,
    vielen, vielen Dank, dass du Krapfenforschung betrieben hast 😉 Ich war wirklich keptisch, ob das Ausstechen mit für die Bauchbinde verantworlich sein kann und habe ehrlich daran gezweifelt. Umso mehr freue ich mich, dass du mich jetzt vom Gegenteil überzeugt hast. Dann werde ich beim nächsten Mal eben den Teig nicht mehr rollen, sondern ausstechen und versuchen, irgendwoher die tropischen 30-40°C zu bekommen 😉
    LG Melli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.