Kohlsteaks in cremiger Letscho-Soße

Kohlsteaks sind eine richtig schöne Möglichkeit, aus einem einfachen Kohlkopf ein besonderes Essen zu machen. Du brauchst dafür keine komplizierten Zutaten und auch keine große Küche. Eine gute Pfanne, ein scharfes Messer und etwas Zeit reichen völlig aus.

Das Besondere an diesem Rezept ist die Kombination aus kräftig angebratenem Kohl und einer cremigen Letscho-Soße. Das Letscho bringt Paprika, Tomate und Würze mit. Die Sahne macht die Soße weicher und runder. Zusammen wird daraus ein einfaches Pfannengericht, das richtig satt macht.

Ich habe für dieses Rezept einen Spitzkohl verwendet. Du kannst aber genauso gut Weißkohl nehmen. Spitzkohl ist etwas feiner, wird schneller weich und hat einen milderen Geschmack. Weißkohl ist fester, braucht meist ein paar Minuten länger, funktioniert aber genauso gut.

Von oben fotografiert: eines der Kohlsteaks in Letschosoße mit Kartoffeln auf einem blau weiß gemusterten Teller, auf einem türkisen Campingtisch.

Ich hatte mein Letscho schon am Vortag zubereitet und eingekocht. Das ist in der Wohnmobilküche besonders praktisch. Wenn Du einmal eine größere Menge Letscho kochst, kannst Du daraus mehrere Mahlzeiten machen. Einen Teil isst Du direkt, einen Teil füllst Du heiß in Gläser ab und am nächsten Tag hast Du schon fast die komplette Soße für dieses Rezept vorbereitet.

Mein Grundrezept für Letscho findest Du hier:
Rezept für Letscho aus der Wohnmobilküche

Ein Stück der Kohlsteaks auf eine Gabel gespießt.

Für diese Kohlsteaks habe ich das Letscho noch etwas cremiger und würziger gemacht. Mit Knoblauchpulver, geräuchertem Paprikapulver und Misopaste bekommt die Soße mehr Tiefe. Das passt richtig gut zum angebratenen Kohl.

Warum Kohlsteaks?

Kohl wird oft klein geschnitten, gekocht, geschmort oder als Krautsalat zubereitet. Als Steak geschnitten wirkt er aber direkt ganz anders. Die dicken Scheiben sehen schön aus, bekommen beim Anbraten Röstaromen und bleiben durch den Strunk gut zusammen.

Gerade wenn Du vegan kochst, sind Kohlsteaks eine schöne Hauptkomponente auf dem Teller. Sie sind günstig, sättigend und lassen sich sehr unterschiedlich würzen.

Du kannst sie einfach nur anbraten, im Ofen garen oder wie hier in einer Soße schmoren. Das Schmoren hat den Vorteil, dass der Kohl besonders weich wird und die Soße gut aufnehmen kann.

Für die Wohnmobilküche finde ich das Rezept ideal, weil Du keine besonderen Geräte brauchst. Alles wird in einer Pfanne gemacht. Wenn Du schon Letscho vorbereitet hast, geht es sogar recht schnell. Ich koche Letscho nämlich gerne ein und habe es so immer zur Hand, als schnelle Beilage oder als Nudelsoße.

Ein angeschnittenes Kohlsteak in Nahaufnahme.

Spitzkohl oder Weißkohl?

Ich habe Spitzkohl verwendet, weil er schneller weich wird und etwas feiner schmeckt. Spitzkohl ist außerdem oft leichter zu verarbeiten, weil die Blätter nicht ganz so fest sind.

Weißkohl kannst Du aber genauso nehmen. Er ist etwas kräftiger im Geschmack und bleibt beim Braten stabiler. Dafür braucht er beim Schmoren meistens etwas länger.

Wenn Du Weißkohl verwendest, schneide die Steaks nicht zu dick. Etwa 2 cm sind ideal. So werden sie weich, ohne dass sie außen schon zu dunkel sind.

Bei beiden Kohlsorten gilt: Der Strunk muss dranbleiben. Ohne Strunk fallen Dir die Scheiben in der Pfanne schnell auseinander.

Aus meinem Spitzkohl habe ich 2 große Kohlsteaks bekommen. Der restliche Kohl war noch übrig. Daraus habe ich am nächsten Tag Krautfleckerl zubereitet:

Kohlsteaks in cremiger Letscho-Soße – einfach, vegan und richtig herzhaft

Rezept für

Kohlsteaks in cremiger Letscho-Soße

für 2 Portionen

Zutaten

Für die Kohlsteaks

  • 1 Spitzkohl oder Weißkohl
  • etwas Öl oder anderes Fett zum Braten
  • Salz
  • Pfeffer

Für die cremige Letscho-Soße

  • ca. 1 kg Letscho
  • 200 ml vegane Hafersahne oder eine andere pflanzliche Sahne
  • Knoblauchpulver
  • geräuchertes Paprikapulver
  • 1 TL Misopaste
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

Kohlsteaks richtig schneiden

Entferne zuerst die äußeren Blätter, falls sie trocken oder beschädigt sind.

Halbiere den Kohl der Länge nach. Schneide dabei direkt durch den festen Strunk.

Lege nun eine Kohlhälfte mit der Schnittfläche auf ein Brett und schneide eine etwa 2 cm breite Scheibe ab. Das wird Dein erstes Kohlsteak.

Wichtig ist, dass an jeder Scheibe ein Stück vom Strunk erhalten bleibt. Der Strunk hält die Blätter zusammen. Schneidest Du ihn komplett weg, zerfällt das Kohlsteak beim Braten oder später beim Schmoren. Aus meinem Spitzkohl habe ich 2 große Kohlsteaks bekommen.

Wenn Dein Kohl sehr groß ist, kannst Du natürlich auch mehr Steaks schneiden. Dann brauchst Du entsprechend mehr Soße oder eine größere Pfanne.

Kohlsteaks anbraten

Erhitze etwas Fett in einer großen Pfanne.

Lege die Kohlsteaks vorsichtig hinein. Brate sie bei mittlerer Hitze an. Die Hitze sollte nicht zu hoch sein, damit der Kohl nicht außen verbrennt, bevor er innen warm wird.

Brate jede Seite etwa 5 bis 8 Minuten. Die Kohlsteaks dürfen ruhig etwas dunkler als goldbraun werden. Genau diese Röstaromen machen später den guten Geschmack aus.

Wende die Steaks vorsichtig mit einem Pfannenwender. Wenn sie noch sehr fest sind, können einzelne Blätter leicht verrutschen. Das ist nicht schlimm. Solange der Strunk hält, bleibt die Scheibe meistens stabil.

Wenn beide Seiten schön angeröstet sind, nimmst Du die Kohlsteaks kurz aus der Pfanne. Alternativ kannst Du sie an den Rand der Pfanne schieben, falls genug Platz ist.

Warum das Anbraten wichtig ist

Du könntest die Kohlsteaks theoretisch auch direkt in der Soße garen. Ich würde das aber nicht empfehlen.

Durch das Anbraten bekommt der Kohl mehr Geschmack. Die Schnittflächen werden leicht karamellisiert, es entstehen Röstaromen und der Kohl schmeckt nicht einfach nur gekocht.

Gerade bei Kohl ist das wichtig. Nur gekocht kann er manchmal etwas flach oder streng schmecken. Angebraten wird er deutlich herzhafter.

Außerdem sieht das fertige Gericht schöner aus, wenn die Kohlsteaks eine kräftige Farbe haben.

Letscho für die Soße vorbereiten

Für die Soße brauchst Du etwa 1 kg Letscho. Ich hatte mein Letscho schon vorher gekocht und eingekocht. Das ist praktisch, weil Du dann für dieses Rezept kaum noch Vorarbeit hast.

Du kannst das Letscho aber natürlich auch frisch zubereiten.

Für ein einfaches Letscho schneidest Du Paprika in Stücke und würfelst Zwiebeln klein. Die Zwiebeln werden zuerst in etwas Öl angeschwitzt, bis sie weich und leicht glasig sind. Danach kommen die Paprikastücke dazu.

Dann gibst Du Tomatensauce oder klein geschnittene Tomaten in den Topf. Alles wird zusammen gekocht, bis die Paprika weich ist und die Soße schön aromatisch schmeckt. Das dauert etwa 45 Minuten.

Gewürzt wird mit Salz und Paprikapulver. Je nach Geschmack kannst Du auch eine kleine Prise Zucker oder Ketchup dazugeben. Das rundet die Tomatensäure etwas ab.

Wenn Du die Soße feiner magst, kannst Du das Letscho kurz anpürieren. Ich mag es gern mit Stückchen, weil es dadurch mehr Struktur hat.

Das ausführliche Grundrezept findest Du hier:
Letscho aus der Wohnmobilküche

Für die Kohlsteaks ist Letscho ideal, weil die Paprika-Tomaten-Soße schon viel Geschmack mitbringt. Du musst nicht bei null anfangen, sondern verfeinerst nur noch.

Cremige Letscho-Soße kochen

Gib das Letscho in die Pfanne, in der Du vorher die Kohlsteaks angebraten hast.

Wenn noch Bratrückstände in der Pfanne sind, ist das gut. Sie geben der Soße zusätzlich Geschmack. Rühre das Letscho gut durch, damit sich alles vom Pfannenboden löst.

Gib 200 ml (vegane Hafer-)Sahne dazu und verrühre alles.

Jetzt würzt Du die Soße mit Knoblauchpulver, geräuchertem Paprikapulver, Misopaste, Salz und Pfeffer.

Die Misopaste macht die Soße herzhafter. Sie bringt eine leichte Würze mit, ohne dass das Gericht nach Miso schmecken muss. Taste Dich am besten langsam heran, denn Misopaste kann je nach Sorte unterschiedlich salzig sein.

Geräuchertes Paprikapulver passt sehr gut zu Letscho. Es bringt ein leicht rauchiges Aroma in die Soße. Besonders in veganen Gerichten ist das schön, weil es mehr Tiefe gibt.

Ich verwende gern selbst gemachtes Knoblauchpulver. Das ist praktisch im Wohnmobil, weil es lange hält und wenig Platz braucht. Klick zum Rezept.

Schmecke die Soße ab, bevor die Kohlsteaks wieder hineinkommen. Sie darf ruhig kräftig schmecken, denn der Kohl nimmt beim Schmoren noch etwas Würze auf.

Kohlsteaks in der Soße schmoren

Lege die angebratenen Kohlsteaks zurück in die Pfanne.

Bedecke sie mit etwas Soße. Du kannst die Soße mit einem Löffel über die Kohlsteaks geben, damit auch die Oberseite gut bedeckt ist.

Setze einen Deckel auf die Pfanne und lass alles bei niedriger bis mittlerer Hitze köcheln.

Die Kochzeit liegt bei etwa 15 bis 20 Minuten. Bei Spitzkohl reichen oft 15 Minuten. Weißkohl braucht manchmal etwas länger.

Die Kohlsteaks sind fertig, wenn Du mit einer Gabel leicht hineinstechen kannst. Sie sollen weich sein, aber noch als Scheibe zusammenhalten.

Falls die Soße zu dick wird, gib einfach einen kleinen Schuss Wasser, Brühe oder Sahne dazu. Falls sie zu dünn ist, lässt Du sie am Ende ohne Deckel noch ein paar Minuten einkochen.

Für mehr Protein: Sojagranulat einrühren

Wenn Du das Gericht proteinreicher machen möchtest, kannst Du am Ende etwas Sojagranulat in die Soße rühren.

Das passt gut, weil die Soße kräftig genug ist, um das Sojagranulat aufzunehmen. Es saugt sich mit der Letscho-Soße voll und macht das Gericht noch sättigender.

Gib das Sojagranulat direkt in die Soße und rühre es vorsichtig ein. Wenn die Soße dadurch zu dick wird, gib noch etwas Wasser oder Sahne dazu.

Lass alles ein paar Minuten ziehen, bis das Granulat weich ist.

Du kannst auch gekochte Linsen, Kichererbsen oder weiße Bohnen verwenden. Das passt ebenfalls gut und macht das Rezept noch nahrhafter.

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Was passt zu Kohlsteaks in Letscho-Soße?

Bei uns gab es Kartoffeln dazu. Das war eine sehr gute Kombination. Die Kartoffeln sind mild und passen schön zur kräftigen Soße.

Du kannst aber auch andere Beilagen nehmen. Gerade im Wohnmobil richte ich mich oft danach, was gerade da ist.

Gut passen:

  • Salzkartoffeln
  • Kartoffelpüree
  • Reis
  • Nudeln
  • Quinoa
  • Couscous
  • frisches Brot
  • geröstetes Brot aus der Pfanne

Wenn Du Brot dazu isst, kannst Du die Soße direkt auftunken. Das ist besonders praktisch, wenn Du keine zweite Pfanne oder keinen extra Topf für eine Beilage benutzen möchtest.

Mit Reis oder Quinoa wird das Gericht etwas leichter. Mit Kartoffelpüree wird es besonders gemütlich und sättigend.

Tipps, damit die Kohlsteaks nicht auseinanderfallen

Der wichtigste Punkt ist der Strunk. Er muss an jeder Scheibe bleiben.

Schneide die Kohlsteaks außerdem nicht zu dünn. Wenn sie nur 1 cm dick sind, werden sie schnell instabil. Etwa 2 cm sind besser.

Wende die Steaks vorsichtig und nicht zu oft. Lass sie erst gut anbraten, bevor Du sie bewegst. Wenn die Unterseite noch nicht richtig angebraten ist, klebt sie leichter an der Pfanne.

Wenn trotzdem ein paar Blätter abfallen, ist das kein Problem. Sie garen einfach in der Soße mit. Geschmacklich ändert das nichts.

Eines der Kohlsteaks in sahniger letscho-soße liegt auf einem blau weiß gemusterten Teller, welcher auf einem türkischen Campingtisch steht. Auf dem Kohlsteaks ist dünn geschnittener Lauch also Deko verteilt, Kartoffeln sind am rechten bildrand angeschnitten.

Varianten für die Letscho-Soße

Du kannst die Soße gut anpassen, je nachdem, was Du gerade da hast.

Schärfer

Gib Chili, Cayennepfeffer oder scharfes Paprikapulver dazu. Auch ein Löffel Ajvar passt gut.

Cremiger

Nimm etwas mehr Sahne oder gib einen Löffel Frischkäse in die Soße.

Tomatiger

Gib zusätzlich Tomatenmark dazu und röste es kurz in der Pfanne an, bevor Du das Letscho zugibst.

Rauchiger

Verwende mehr geräuchertes Paprikapulver oder etwas Rauchsalz.

Proteinreicher

Rühre Sojagranulat, Linsen, Bohnen oder Kichererbsen ein.

Ohne Hafersahne

Du kannst die Hafersahne auch weglassen und die Kohlsteaks nur in Letscho schmoren. Dann wird das Gericht weniger cremig, aber immer noch sehr lecker.

Alternativ funktioniert auch Sojasahne, Cashewsahne oder eine andere pflanzliche Kochcreme.

Resteverwertung

Aus dem restlichen Kohl kannst Du am nächsten Tag direkt ein weiteres Essen machen. Bei mir wurden daraus Krautfleckerl.

Das ist genau die Art von Küche, die ich im Wohnmobil liebe: Ein Gemüse einkaufen und daraus mehrere Gerichte kochen.

Du kannst den restlichen Kohl auch verwenden für:

  • Krautsalat
  • gebratenen Kohl mit Nudeln
  • Kohlpfanne mit Kartoffeln
  • Gemüsepfanne
  • Suppe
  • Eintopf

Auch übrig gebliebene Letscho-Soße ist vielseitig. Du kannst sie zu Nudeln essen, mit Reis mischen, als Soße für Gemüse verwenden oder mit Hülsenfrüchten verlängern.

Wenn noch ein Kohlsteak übrig bleibt, kannst Du es am nächsten Tag einfach wieder in der Pfanne erwärmen. Gib etwas Wasser oder Hafersahne zur Soße, damit nichts anbrennt.

Aufbewahren und Aufwärmen

Die fertigen Kohlsteaks kannst Du 1 bis 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Am besten lagerst Du sie direkt in der Soße. So trocknet der Kohl nicht aus und nimmt noch mehr Geschmack an.

Zum Aufwärmen gibst Du alles wieder in eine Pfanne oder einen kleinen Topf. Erwärme es langsam bei niedriger bis mittlerer Hitze.

Warum dieses Rezept gut in die Wohnmobilküche passt

Das Rezept braucht keine komplizierte Ausstattung. Du brauchst nur eine Pfanne mit Deckel, ein Messer und ein Brett.

Außerdem kannst Du viele Zutaten lagern. Kohl hält sich meistens recht lange. Letscho lässt sich einkochen. Knoblauchpulver, Paprikapulver und Misopaste nehmen wenig Platz weg und bringen viel Geschmack.

Auch die Beilage ist flexibel. Du musst nicht extra einkaufen, sondern kannst Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Brot verwenden.

Für mich ist das genau die Art von Rezept, die unterwegs gut funktioniert. Es ist einfach, aber nicht langweilig. Es macht satt, ist vegan und lässt sich gut abwandeln.

Kann ich die Kohlsteaks auch im Backofen machen?

Ja, das geht. Du kannst die Kohlsteaks zuerst in der Pfanne anbraten und dann mit der Soße in eine Form legen. Im Backofen garen sie bei etwa 180 °C, bis sie weich sind. In der Wohnmobilküche ist die Pfannenvariante aber oft praktischer.

Kann ich das Rezept ohne Misopaste kochen?

Ja. Die Misopaste gibt der Soße mehr Würze, ist aber nicht zwingend notwendig. Du kannst stattdessen etwas mehr Salz, Sojasauce oder Gemüsebrühe verwenden.

Deine Doreen

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