Auberginen-Erdnuss-Curry

Mein neues Lieblingscurry (und das will was heißen!) Manchmal entstehen die besten Rezepte aus purer Leidenschaft. Und bei diesem Auberginen-Erdnuss-Curry ist genau das passiert. Ich saß in unserem Wohnmobil, schaute auf meine Vorräte und dachte mir: Warum nicht einfach mal alles kombinieren, was ich liebe? Curry? Check! Erdnussbutter? Oh ja! Auberginen? Absolut! Was sollte da schon schiefgehen?

Nun ja, beim ersten Versuch ging tatsächlich etwas schief denn ich hatte es mit der Schärfe ein klitzekleines bisschen übertrieben. Okay, um ehrlich zu sein: Ich hatte es MASSIV übertrieben. Mein tapferer Vorkoster meinte zwar diplomatisch, es wäre „gut so“, aber ich selbst fand es zu heftig. Zum Glück rettete mich ein großzügiger Klecks Joghurt, und ich konnte das Curry dann doch noch genießen.

Beim zweiten Anlauf habe ich die Schärfe angepasst, und was soll ich sagen? Es war eine Offenbarung! Eines der köstlichsten Curries, die ich je gekocht habe. Wobei… das klingt jetzt so, als würde ich allen anderen Curries Unrecht tun, die ich in den letzten Jahren zubereitet habe. Also formuliere ich es anders: Dieses Auberginen-Erdnuss-Curry ist SO unfassbar lecker, dass du quasi verpflichtet bist, es nachzukochen! VERPFLICHTET!

Das beige Auberginen-Erdnuss-Curry auf einem weißen Emailleteller, der auf einem Türkisen Campingtisch steht. Sesam ist auf dem Curry verteilt.

Das Auberginen-Erdnuss-Curry gehört in die Kategorie: schmeckt sehr viel besser als es aussieht! Braunes Gemüse (Auberginen) mit beiger Soße ist jetzt kein optisches Highlight. Da bringen auch Sesamkörner nichts. Ein bisschen weißer Joghurt wiederum reißt es etwas raus. Grüne Petersilie oder frischer Koriander wären super für die Optik, hatte ich aber gerade nicht da. Also Augen zu und genießen!

Warum dieses Curry perfekt fürs Wohnmobil ist

Bevor wir zum Rezept kommen, lass mich kurz erklären, warum dieses Gericht ideal für die Wohnmobilküche ist. Erstens: Die meisten Zutaten sind haltbar und können problemlos auf längeren Touren mitgenommen werden. Erdnussmus, Tahin, Gewürze, Kokosmilch in der Dose. All das übersteht auch holprige Straßen und wechselnde Temperaturen. Zweitens: Das Curry lässt sich in einem einzigen Topf zubereiten, was die Aufräumarbeit und den Abwasch minimal hält. Und drittens: Es schmeckt am nächsten Tag sogar noch besser, wenn die Aromen Zeit hatten, sich richtig zu entfalten. Perfekt also für Meal Prep!

Das beige Auberginen-Erdnuss-Curry auf einem weißen Emailleteller. der weiße Joghurt in Linien verteilt. Der teller steht auf einem Türkisen Campingtisch.

Was macht dieses Curry so besonders?

Es ist die unglaubliche Harmonie von cremiger Erdnussbutter, nussigem Tahin und der samtigen Textur der Auberginen. Die leichte Süße vom Ahornsirup harmoniert perfekt mit der Kokosmilch und der salzig-würzigen Schärfe. Ingwer und Knoblauch sorgen für Frische und Tiefe, während die Gewürzmischung aus Kreuzkümmel, Koriander und Kurkuma dem Ganzen diese typische Curry-Seele verleiht.

Auberginen sind übrigens ein absolut unterschätztes Gemüse! Viele Menschen wissen gar nicht, wie man sie richtig zubereitet, und dann endet man mit glitschigen, geschmacklosen Würfeln. Der Trick liegt im richtigen Anbraten: Die Auberginenstücke müssen schön goldbraun werden, dann entwickeln sie ein leicht rauchiges Aroma und eine wunderbar cremige Konsistenz, die sich perfekt in die Currysauce einfügt.

Auberginen-Erdnuss-Curry

Portionen: 4 Personen

Zutaten:

  • 1 große Aubergine (ca. 400-500 g)
  • 3-4 Esslöffel Öl
  • 90 g Erdnussmus (ungesüßt)
  • 150 g Tahin (Sesampaste)
  • 75 g frischer Ingwer (alternativ 2 Teelöffel Ingwerpulver)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Esslöffel Currypaste (rot oder gelb, je nach gewünschter Schärfe) oder 2 Esslöffel Currypulver
  • 1 Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel (Cumin)
  • 1 Teelöffel gemahlener Koriander
  • 1/2 Teelöffel Kurkuma (optional, für die Farbe)
  • Chili oder Harissa nach Geschmack (hier vorsichtig dosieren!)
  • 400 ml Kokosmilch
  • 300-400 ml Gemüsebrühe oder Wasser
  • 1 Esslöffel Salz oder 1-2 Esslöffel Misopaste
  • 1 Teelöffel Zucker oder Ahornsirup zum Abschmecken

Ideen zum Servieren:

  • Jasminreis oder Basmatireis
  • Frischer Koriander
  • Geröstete Erdnüsse
  • Joghurt oder Kokosjoghurt
  • Limettenspalten
  • frische Chiliringe für die Mutigen

Zubereitung

  • Die Aubergine waschen und in mundgerechte Würfel schneiden (ca. 2-3 cm). Hier ein kleiner Tipp: Du kannst die Aubergine vorher salzen und 15 Minuten ziehen lassen, dann abtupfen. Das entzieht Bitterstoffe und überschüssige Feuchtigkeit. Ich mache das bei modernen Auberginen meist nicht mehr, da diese kaum noch bitter sind, aber es schadet auch nicht.
  • Eine große Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erwärmen und 2-3 EL Öl hineingeben. Die Auberginenwürfel portionsweise anbraten. Wichtig ist, dass sie genug Platz haben und nicht übereinander liegen. Jetzt bloß nicht zu früh wenden! Lass die Aubergine 3-4 Minuten auf einer Seite anbraten, bis sie goldbraun ist, dann wenden und von allen Seiten bräunen. Das dauert insgesamt etwa 8-10 Minuten. Die gebratenen Auberginenstücke herausnehmen und beiseite stellen.
  • Während die Aubergine brät, kannst du die aromatische Basis vorbereiten. Den Ingwer fein reiben (die schale kannst du dran lassen) oder in kleine Würfel schneiden.
  • Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken oder durch eine Knoblauchpresse drücken.
  • In derselben Pfanne (wenn nötig noch 1 EL Öl hinzufügen) den gehackten Ingwer und Knoblauch bei mittlerer Hitze 1-2 Minuten anschwitzen, bis sie duften. Achtung: Der Knoblauch sollte nicht braun werden, sonst wird er bitter!
  • Jetzt die Currypaste (oder das Currypulver), Kreuzkümmel, gemahlenen Koriander und Kurkuma hinzufügen und unter ständigem Rühren etwa 1 Minute anrösten. Die Gewürze sollten intensiv duften.
  • Nun das Erdnussmus und das Tahin einrühren. Das wird zunächst ziemlich zäh, aber keine Panik! Nach und nach die Kokosmilch unter ständigem Rühren hinzufügen. Die Sauce wird jetzt schön cremig und glatt.
  • Dann so viel Gemüsebrühe oder Wasser hinzufügen, bis die Sauce eine schöne, sämige Konsistenz hat, sie sollte nicht zu dick sein, aber auch nicht wie Suppe. Etwa 300-400 ml sind meist richtig, aber das hängt davon ab, wie cremig dein Erdnussmus war.
  • Mit Salz (oder Misopaste für eine noch komplexere Umami-Note) würzen. Dann vorsichtig mit Chili oder Harissa die gewünschte Schärfe einstellen. Mein Rat: Fang mit wenig an! Du kannst immer mehr hinzufügen, aber zu viel Schärfe lässt sich nur schwer wieder rausnehmen. Probiere nach jeder kleinen Zugabe.
  • Falls die Sauce zu säuerlich ist, gib ein Teelöffel Zucker oder Ahornsirup Hinzu. Die Süße sollte aber nur subtil im Hintergrund mitspielen.
  • Die gebratenen Auberginenstücke zurück in die Sauce geben und alles vorsichtig vermengen. Die Hitze reduzieren und das Curry etwa 10-15 Minuten köcheln lassen, bis die Aubergine weich ist und die Aromen sich verbunden haben. Gelegentlich umrühren, damit nichts ansetzt.
  • Wenn die Sauce zu dick wird, einfach etwas Wasser oder Gemüsebrühe nachgießen. Sie sollte schön cremig bleiben und die Auberginenstücke umschmeicheln.
  • Das Curry auf Tellern mit Jasmin- oder Basmatireis servieren. Großzügig mit frischem Koriander bestreuen, mit gerösteten Erdnüssen garnieren und einen Klecks Joghurt daneben geben. Die Limettenspalten nicht vergessen, ein Spritzer frischer Limettensaft direkt vor dem Essen gibt dem Curry einen wunderbaren Frischekick!

Meine Tipps und Variationen

  • Protein hinzufügen: Wenn du das Curry etwas gehaltvoller machen möchtest, kannst du gewürfelten Tofu oder Tempeh hinzufügen. Den Tofu würde ich vorher separat knusprig anbraten, genau wie die Aubergine.
  • Gemüse-Variationen: Neben Auberginen passen auch Süßkartoffeln, Zucchini, Paprika oder Blumenkohl hervorragend in dieses Curry. Du kannst auch eine bunte Mischung verwenden.
  • Nussalternativen: Keine Erdnussallergie, aber du magst den Geschmack nicht so gern? Dann probier es mit Cashew- oder Mandelmus. Das Ergebnis ist genauso cremig, schmeckt aber milder.
  • Die Schärfe-Frage: Ich kann es nicht oft genug betonen, sei vorsichtig mit der Schärfe! Verschiedene Currypasten haben unterschiedliche Schärfegrade. Fang mit einem Esslöffel an, probiere, und arbeite dich dann langsam vor. Ein zu scharfes Curry kannst du mit extra Kokosmilch, Joghurt oder sogar etwas Honig abmildern.
  • Meal Prep: Dieses Curry lässt sich fantastisch vorbereiten und hält sich im Kühlschrank 4-5 Tage. Du kannst auch größere Mengen machen und portionsweise einfrieren. Beim Aufwärmen eventuell etwas Wasser hinzufügen, da die Sauce eindickt.
Das beige Auberginen-Erdnuss-Curry auf einem weißen Emailleteller. Im Kreis ist darauf der weiße Joghurt verteilt.

Mein persönliches Fazit

Dieses Auberginen-Erdnuss-Curry hat sich zu einem meiner absoluten Lieblingsrezepte entwickelt. Es ist würzig, cremig, sättigend und dabei so aromatisch, dass ich jedes Mal wieder begeistert bin. Die Kombination aus gerösteten Auberginen, der nussigen Sauce und den vielfältigen Gewürzen ist einfach unschlagbar. Besonders schätze ich, dass es sich so einfach an die jeweiligen Vorräte und Vorlieben anpassen lässt. Mal nehme ich mehr Gemüse, mal weniger Schärfe, mal experimentiere ich mit anderen Gewürzen denn es funktioniert einfach immer. Also, worauf wartest du noch? Schnapp dir eine Aubergine, hol dein Erdnussmus aus dem Schrank und leg los! Ich verspreche dir: Dieses Curry wird auch dich begeistern. Und wenn du beim ersten Mal die Schärfe übertreibst wie ich ist das kein Problem, einfach Joghurt dazu und aus Fehlern lernen!

Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

Wenn du dieses Rezept ausprobiert hast, würde ich mich riesig über einen Kommentar auf dem Blog freuen. Hast du die Schärfe auch übertrieben? Oder warst du mutiger als ich? Lass es mich wissen!

Deine Doreen

Nach einem Rezept von hier.

Wissenswertes

Auberginen sind kalorienarm und ballaststoffreich, Erdnussmus und Tahin liefern gesunde Fette, Proteine und wichtige Mineralien wie Magnesium und Eisen. Die Kokosmilch macht das Ganze zwar reichhaltiger, aber in Maßen genossen ist das völlig in Ordnung.

Ein weiterer Pluspunkt: Das Rezept ist komplett vegan und kann auch glutenfrei sein, je nachdem welche Currypaste du wählst. Es eignet sich also auch hervorragend, wenn du Gäste mit unterschiedlichen Ernährungspräferenzen hast.

Was die Nachhaltigkeit angeht: Auberginen sind in der Saison (Sommer bis Frühherbst) regional erhältlich und haben dann eine gute Ökobilanz. Die anderen Zutaten sind zwar nicht regional, aber lange haltbar, was Lebensmittelverschwendung reduziert.

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