Mein Originalrezept für Fufu aus Maniok und Kochbananen gehört zu den absoluten Lieblingen hier auf Kochen-und-backen-im-wohnmobil.de. Doch seien wir ehrlich: in Deutschland und überhaupt Europa sind Maniok und Kochbanen nicht gerade um die Ecke zu bekommen. (In Portugal gibt es Maniok tatsächlich oft einfach im Supermarkt, Kochbananen nur ab und zu.) Deshalb habe ich experimentiert und eine geniale Alternative gefunden, die mit Zutaten auskommt, die in jedem Supermarkt zu finden sind.
Die Kombination aus den neutralen Fufu-Klößen und der intensiv-würzigen Erdnusssauce ist einfach grandios. Jeder Bissen ist ein kleines Geschmackserlebnis, und die cremige Sauce mit ihrem nussigen Aroma macht absolut süchtig.
Wir sind seit 10 Tagen auf Deutschlandbesuch und hatten noch nie so eine schwere Anreise. In diesem Blogbeitrag gibt es also noch einen kleinen Ausflug raus aus der Foodie-Welt…
Am Donnerstag sollten wir sehr früh starten. Die Nacht war kurz, der Wecker klingelte 3 Uhr. Es verlief alles superpünktlich, Ryanair hatte dieses Mal nichts an unserem Handgepäck auszusetzen, das Flugzeug war nur zu 2/3 gefüllt, also genug Platz für alle und die Türen schossen sich. Der Pilot meinte, es würde sich wohl noch etwas verzögern. Aus dem Etwas wurden letztlich 2 Stunden weil Berlin aufgrund von Eisregen geschlossen war und wir somit gar nicht erst starten sollten. Nachdem wir und das Flugzeug schon vom Gate weggerollt wurden um Platz zu machen, sollten wir dann wieder aussteigen und im Flughafen warten.
Der 2. Check Inn kam danach recht schnell und alle Passagiere wurden wieder in den Bus verfrachtet. Und da blieben wir stehen für etwa 30 Minuten. Dann die Ansage, dass es doch nicht losgeht, also alle wieder raus. Für Bewegung wird also gesorgt. Berlin war zwar wohl wieder offen aber unser Flug bekam einfach keine Slotzeit weil halt viele ausgefallene Flüge aufgeholt werden mussten.
Also warteten wir. Irgendwann am Nachmittag, etwa 16:30 war es wohl, wurden wir das 3. Mal eingecheckt. Der Bus fuhr uns tatsächlich zum Flugzeug und dieses hob tatsächlich auch ab. Yessss. Wir würden noch gut einen Zug nach Magdeburg bekommen und alles schaffen. Aber jetzt erstmal schlafen.
Bis 30 Minuten vor Landung der Pilot sagte, Berlin wäre wieder geschlossen wurden und wir würden jetzt in Köln landen. Oh nein! Nach 20 Uhr bekommen wir aber keine Bahnfahrt mehr nach Magdeburg. Aber es geht tatsächlich ein Flixbus um 21:45uhr. (Ryanair hat auch einen Flixbus von Köln nach Berlin organisiert, der für uns aber so keinen Sinn machte.) Im Bus konnten wir die meiste Zeit über schlafen und waren recht pünktlich 5:20 Uhr in Magdeburg, nur 26 Stunden nach unserem Wecker klingeln in Portugal. Während in Köln nicht ein Hauch von Schnee zu sehen war, wurde dieser ab Hannover am Straßenrand mehr. Und ausgerechnet in Berlin machen sie Eisbahnen auf der Landebahn. Ich hoffe, für unseren Rückflug denken sie sich ein entspannteres Unterhaltungsprogramm aus. Jetzt aber zum Fufu!

Kartoffelflocken als Fufu-Basis
Ja, Du hast richtig gelesen: Fufu lässt sich tatsächlich aus ganz gewöhnlichen Kartoffelpüree-Flocken zubereiten! Ich gebe zu, dass ich zu dieser Zutat eine komplizierte Beziehung habe. Kartoffelbrei aus Pulver? Normalerweise rollen sich mir bei dem Gedanken sämtliche Zehennägel hoch. Warum sollte man diese pulvrige Masse anrühren, wenn Du frisch gekochte Kartoffeln zu einem cremigen Kartoffelbrei verarbeitet so unfassbar viel besser schmecken?

Aber für Fufu lohnt es sich tatsächlich, eine Packung Kartoffelflocken im Vorrat zu haben. Denn hier geht es nicht um klassischen Kartoffelbrei, sondern um eine feste, formbare Masse, die als perfekte Beilage zu würzigen afrikanischen Saucen dient. Und dafür sind Kartoffelflocken in Kombination mit Kartoffelstärke geradezu ideal.
Warum Fufu im Wohnmobil?
Wenn man wie ich viel unterwegs ist und im Wohnmobil kocht, sind haltbare Zutaten Gold wert. Kartoffelflocken und Kartoffelstärke nehmen kaum Platz weg, sind monatelang haltbar und benötigen keine Kühlung. Gleichzeitig ermöglichen sie es, ein authentisches Gericht zu kochen, das normalerweise mit frischen, schwer erhältlichen Zutaten zubereitet wird. Das ist Campingküche, wie ich sie liebe: kreativ, praktisch und absolut lecker.
Was ist Fufu eigentlich?
Für alle, die Fufu noch nicht kennen: Es handelt sich um eine stärkehaltige Beilage, die in vielen westafrikanischen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln gehört. Traditionell wird Fufu aus Maniok, Kochbananen, Yams oder einer Kombination dieser Zutaten hergestellt. Die Konsistenz ist fest und leicht elastisch – ähnlich wie bei einem sehr festen Kloß oder Knödel. Fufu wird nicht alleine gegessen, sondern dient als Beilage zu würzigen Eintöpfen, Suppen und Saucen.
Das Besondere: Fufu isst man traditionell mit den Händen! Man zupft sich ein Stück ab, formt daraus eine kleine Kugel, drückt mit dem Daumen eine Mulde hinein und nutzt diese als „Löffel“, um die Sauce aufzunehmen. Dieses Esserlebnis ist nicht nur authentisch, sondern macht auch unglaublich viel Spaß – besonders, wenn man mit Freunden zusammensitzt.

Die Erdnusssauce
So simpel die Fufu-Zubereitung ist, so spektakulär ist die begleitende Erdnusssauce. Diese pikante, cremige Sauce ist eine Weiterentwicklung meines Originalrezepts, mit noch mehr Erdnussgeschmack und einer noch einfacheren Zubereitung. Die Kombination aus aromatischem Tomatenmark, feuriger Harissa-Würzpaste und cremigem Erdnussmus ergibt eine Geschmacksexplosion, die süchtig macht.
Das Tolle an dieser Sauce: Sie lässt sich perfekt an den persönlichen Geschmack anpassen. Wer es milder mag, reduziert einfach die Harissa-Menge. Fans von extra cremigen Saucen nehmen 200 g Erdnussmus statt nur 100 g. Du kannst zusätzlich noch gewürfelte Tomaten oder Gemüse in die Sauce geben.
Erdnussmus ist eine hervorragende Proteinquelle! Mit etwa 25-30g Eiweiß pro 100g liefert es hochwertige pflanzliche Proteine, die alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Perfekt für Sportler, Veganer und alle, die ihre Proteinzufuhr erhöhen möchten. Zudem sättigt das Erdnussmus langanhaltend und unterstützt den Muskelaufbau.
Tipps für die perfekte Zubereitung im Wohnmobil
Die Zubereitung von Fufu ist denkbar einfach, aber ein paar Tricks helfen, das Ergebnis zu optimieren:
Beim Anrühren: Gib das Wasser wirklich nach und nach hinzu. Je nach Marke der Kartoffelflocken kann die benötigte Wassermenge leicht variieren. Lieber vorsichtig starten und bei Bedarf nachgießen.
Beim Kochen: Ständiges Rühren ist wichtig! Die Masse neigt dazu, am Topfboden anzusetzen. Ein kräftiger Kochlöffel aus Holz ist hier dein bester Freund.
Die richtige Konsistenz: Der Fufu ist fertig, wenn die Masse glatt ist, nicht mehr am Löffel klebt und sich gut formen lässt. Sie sollte fest, aber nicht trocken sein. Wenn die Masse zu fest wird, einfach noch etwas heißes Wasser einarbeiten.
Zum Formen: Feuchte deine Hände leicht mit Wasser an, bevor du die Klöße formst. So klebt die Masse nicht an den Händen und ihr könnt schöne, glatte Kugeln formen.
Die Erdnusssauce perfektionieren
Die Sauce ist kinderleicht, aber auch hier gibt es ein paar Kniffe:
Das Tomatenmark rösten: Dieser Schritt ist wichtig! Durch das Anrösten entwickelt das Tomatenmark ein volleres, weniger saures Aroma. Lasst es etwa 2-3 Minuten in der Pfanne brutzeln.
Erdnussmus richtig einrühren: Nehmt den Topf tatsächlich von der Hitze, bevor ihr das Erdnussmus einrührt. Bei zu großer Hitze kann das Mus gerinnen und die Sauce wird nicht schön cremig.
Die perfekte Konsistenz: Die Sauce sollte sämig sein, aber nicht zu dick. Falls sie zu dick wird, einfach noch etwas Gemüsebrühe unterrühren. Zu dünn? Lasst sie einfach noch ein paar Minuten köcheln.

Variationen und Ergänzungen
Dieses Grundrezept lässt sich wunderbar variieren:
Für den Fufu: Probiere verschiedene Verhältnisse von Kartoffelstärke zu Kartoffelflocken aus. Mehr Stärke ergibt eine festere, elastischere Konsistenz.
Für die Sauce: Füge nach Geschmack hinzu:
- Frischen Spinat oder Mangold für mehr Nährstoffe
- Gewürfelte Süßkartoffeln für natürliche Süße
- Geröstete Erdnüsse für zusätzlichen Crunch
- Kokosmilch für eine mildere, cremigere Variante
- Frischen Ingwer und Knoblauch für mehr Tiefe
- Geräuchertes Paprikapulver für ein rauchiges Aroma
Trau dich, Fufu auf die traditionelle Art zu essen! Es ist ein gemeinschaftliches, sinnliches Erlebnis, das Essen mit den Händen zu genießen. Kinder lieben es übrigens besonders, endlich ist das Essen mit den Fingern ausdrücklich erlaubt!
Falls dir das zu ungewohnt ist, kannst du natürlich auch Besteck verwenden. Aber ich verspreche dir: Einmal mit den Händen probiert, und du wirst verstehen, warum diese Esskultur in Afrika so tief verwurzelt ist.
Rezept: Fufu aus Kartoffelpüree-Flocken mit pikanter Erdnusssauce
4 Portionen
Zutaten für den Fufu
- 160 g Kartoffelstärke
- 160 g Kartoffelpüree-Flocken
- 1-1,2 l Wasser (kalt)
Zutaten für die Erdnusssauce:
- 2 EL Öl (neutral oder Olivenöl)
- 1 große Zwiebel
- 70 g Tomatenmark
- 1 TL Harissa-Würzpaste (oder nach Geschmack)
- 100 – 200 g Erdnussmus (je nach gewünschter Cremigkeit)
- 750 ml Gemüsebrühe
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung des Fufu:
- Kartoffelstärke und Kartoffelpüree-Flocken in einem großen Topf gründlich miteinander vermischen. Diese trockene Mischung ist die Basis für deinen Fufu.
- Nach und nach kaltes Wasser zur Mischung hinzufügen. Beginne mit etwa 800 ml und gieße dann vorsichtig nach. Mit einem kräftigen Kochlöffel alles glattrühren, bis ein homogener, kartoffelpüree-artiger Brei ohne Klümpchen entsteht. Die Konsistenz sollte an flüssigen Kartoffelbrei erinnern.
- Den Topf auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze erwärmen. Jetzt beginnt die Arbeit: Rühre die Masse ständig mit dem Kochlöffel um. Durch die Hitze bindet die Stärke und der Brei wird zunehmend fester und zähflüssiger. Es entsteht langsam ein fester Kloß.
- Nach etwa 5 Minuten ist der Fufu fertig. Wenn die Masse nicht mehr am Kochlöffel haften bleibt und sich gut formen lässt, ist sie fertig. Die Konsistenz sollte fest, aber noch geschmeidig sein.
- Feuchte die Hände leicht mit Wasser an und forme aus der heißen Masse vier gleichgroße Klöße. Lege diese auf einen mit Wasser befeuchteten Teller – das verhindert, dass sie festkleben.
Zubereitung der Erdnusssauce:
- Erhitze das Öl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze.
- Die Zwiebel schälen, in kleine Würfel schneiden und im heißen Öl glasig anschwitzen. Das dauert etwa 3-4 Minuten. Die Zwiebel soll weich und durchsichtig werden, aber nicht bräunen.
- Tomatenmark und Harissa-Würzpaste zur Zwiebel geben und unter Rühren kurz mit anrösten für etwa 2-3 Minuten. Dieser Schritt ist wichtig für die Entwicklung der Aromen. Das Tomatenmark sollte seine intensive rote Farbe leicht verlieren und duften.
- Mit 750 ml Gemüsebrühe ablöschen. Alles gut verrühren und einmal aufkochen lassen. Sobald die Sauce kocht, den Topf von der Hitze nehmen.
- Jetzt das Erdnussmus unterrühren. Beginne mit 100 g. Wenn du es cremiger magst, kannst du bis zu 200 g verwenden. Rühre das Mus gründlich ein, bis eine homogene Sauce entsteht.
- Die Pfanne wieder auf den Herd stellen und die Sauce unter stetigem Rühren erneut aufkochen lassen. Lasse sie etwa 5 Minuten köcheln, damit sich alle Aromen verbinden können. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Servieren und genießen:
- Die Erdnusssauce auf Teller verteilen und jeweiles einen Fufu-Kloß hineinlegen. Traditionell reicht man die Sauce auch separat in einer Schüssel, aus der sich jeder bedienen kann.
- Zum authentischen Genuss: Zupfe dir ein Stück vom Fufu-Kloß ab, forme es zu einer kleinen Kugel und nehme damit die Sauce auf. Direkt in den Mund und genießen!
Tipp: Übrig gebliebener Fufu lässt sich am nächsten Tag wunderbar in Scheiben schneiden und in der Pfanne anbraten. Mit etwas Butter wird daraus ein köstliches Frühstück!
Deine Doreen
*Partner Link: mehr Infos findest Du hier.
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Fufu aus Kartoffelpüree-Flocken: Afrika trifft CampingkücheWer hätte gedacht, dass sich authentisches afrikanisches Soulfood so einfach im Wohnmobil zubereiten lässt? Die Zubereitung dauert gerade mal 30 Minuten, die Zutaten sind überall erhältlich und haltbar, und das Ergebnis ist so beeindruckend, dass eure Mitcamper garantiert nach dem Rezept fragen werden. Was will man mehr?