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Weißbrot aus dem Camping Backofen

Ich backe oft Brot. Mindestens einmal in der Woche steht im blauen Kasten ein frisches Roggensauerteigbrot auf dem Tisch! (Nein, dieses Rezept findet Ihr noch nicht auf dem Blog, aber bald. Ich arbeite dran, versprochen! :* )

Ab und an essen wir auch sehr gern ein gutes Weißbrot. In Marokko ist es so lecker und günstig, dass es sich gar nicht lohnt es selbst zu backen außer man steht irgendwo in der Wüste, wo es nix gibt. In Portugal allerdings überzeugt die Qualität des Weißbrotes nicht immer bzw. entspricht nicht so unserem Gaumen. Meistens aber habe ich einfach Lust ein neues Rezept auszuprobieren.Weißbrot www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de

Mein Ziel war es, ein alltagstaugliches und wohnmobilfreundliches Brot herzustellen.
Natürlich bekommt der Teig seine Zeit zum Aufgehen aber nicht zu lang, ohne viel kneten und der darf einfach nicht rumzicken. Außerdem sollte das Brot auch nach 3 Tagen noch lecker schmecken!

Zuerst habe ich einfach das Rezept aus meinem Kochbuch (LINK) für die leckeren Frühstücksbrötchen benutzt. Ich dachte mir, ich forme keine Brötchen daraus sondern eben ein Brot. Ganz frisch hat es echt lecker geschmeckt aber schon am nächsten Tag nahm die Qualität spürbar ab – was bei den Brötchen nicht so ist! Das liegt vielleicht doch daran, dass die Krume bei den Brötchen ja abgeschlossen und beim Brot durch die Anschnittfläche offen ist?! Zumal sich Brötchen besser aufbacken lassen als einzelne Stullen.Weißbrot www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de

Zurück zur Rezeptsuche fürˋs Camping-Weißbrot: Die Experimentierphase setzte sich mit dem Rezept für ein Ciabatta fort. Das Ergebnis war ganz okay, aber nach einem Tag war auch dieses Brot schon fad und trocken. Das muss doch besser gehen?!

Richtig! Ich habe noch etwas rumprobiert, mehr Mehl und Wasser bei gleicher Hefemenge. Dem Teig genug Wärme und Zeit zum Aufgehen gegeben und heraus kam ein wirklich leckeres Brot, welches uns auch am 4. Tag ohne Aufbacken noch geschmeckt hat. Die Krume ist so wie sie sein soll. Ich bin zufrieden und möchte Euch natürlich daran teil haben lassen! Tadaaaaa:

ein wohnmobiltaugliches Rezept

für ein gutes

Weißbrot

aus dem Omnia Camping Backofen

  • 400g Weizenmehl
  • 1/2 Würfel frische Hefe (=21g) oder 1 Tüte Trockenhefe (=7g)
  • 200g Wasser
  • 5g (1 TL) Zucker
  • 5g (1 TL) Salz
  • 20g (1 EL) Olivenöl
 Erwärmt das Wasser kurz auf dem Herd bis es lauwarm (ca. 30 Grad) ist. Auf keinen Fall wärmer!
In einer Schüssel vermischt Ihr Salz, Zucker und Olivenöl mit dem lauwarmen Wasser und löst die Hefe darin auf.
Gebt das Mehl hinzu und verrührt alles mit einer Gabel. Knetet dann mit den Händen auf der Arbeitsfläche bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist und ruhig noch 5 bis 10 Minuten länger. Der Hefeteig mag das sehr gerne!
Gebt den Teigkloß wieder zurück in die Schüssel und deckt diese ab. In einer zugfreien, warmen Ecke darf der Hefeteig nun für 1 Stunde gehen bis er sich verdoppelt hat.
Fettet Eure Omnia Backform (LINK) ein und streut sie mit Mehl aus.
Hat der Teig sich verdoppelt, kommt er aus der Schüssel, Ihr formt mit den Händen eine 30cm lange Rolle und legt diese in die Omnia Backform. Sollte der Teig zu sehr kleben, hilft ein wenig Mehl.
Deckt die Form ab und lasst den Hefeteig für 30 Minuten an einem warmen Ort geben – er sollte sich dabei wiederum mindestens verdoppelt haben. Ansonsten braucht er noch etwas Zeit.

Nun setzt Ihr den Omnia Backofen auf Euren Herd und heizt ihn für 2 Minuten auf der höchsten Flamme auf. Backt dann das Weißbrot für 40 Minuten fertig.Weißbrot www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de

Auf dem Omnia-Aufbackgitter lasst Ihr Euer Weißbrot vollständig auskühlen.

Hinweis: Wenn wir mit unserem blauen Wohnmobil in der Wüste stehen, gebe ich etwa 10g mehr Wasser hinzu aufgrund der geringen Luftfeuchte. Dann geht der Teig einfach besser auf!

Dieses Weißbrot ist für mich der beste Kompromiss aus Gehzeit und Qualität! Es gibt noch etliche Rezepte ohne oder mit geringerer Gehzeit für den Hefeteig, die aber im Ergebnis zu wünschen übrig lassen. Nehmt Euch also die Zeit, Ihr werdet sehen, es lohnt sich!

Habt es schön!

Eure Doreen

Die Fotos und das Brot entstanden in Portugal am Roxo Stausee (Link).

13 Gedanken zu „Weißbrot aus dem Camping Backofen“

    1. Liebe Claudia,
      klauen darfst Du immer gerne! Freue mich auf eine Rückmeldung wenn Du es gebacken hast.
      Lieste Grüße, Doreen

  1. hallo doreen,

    kleiner tip vom bäcker. mach doch das nächste mal ein viertel mehr teig als du für ein brot brauchst. den übrigen teig kannst du je nach umgebungstemperatur (Kühlschrank) tagelang aufheben. am besten in einer recht großen schüssel, da er anfang recht weit aufgeht. solange er frisch (leicht alkoholisch und/oder säuerlich) riecht ist er i. O. packe den ganzen restteig einfach bim nächsten backen zu deinem rezept dazu und du wirst eine wesentlich längere zeit saftiges, aromatisches brot haben. (behalte natürlich wieder ein fünftel des gesamtteiges übrig!)
    meine portugiesischen und spanischen kunden rissen mir brot und brötchen die ich auf diese weise machte aus den händen!

    liebe grüße martin

    1. Lieber Martin,
      tausend Dank für Deinen Tipp – das hört sich serh vielversprechend an. Ist das dann schon ein Sauerteig, oder wie?! Jetzt machst Du mich aber schon sehr neugierig… bist oder warst Du Bäcker in Portugal?
      Herzliche Grüße, Doreen

      1. hallo doreen,
        ja, ich bin gelernter müller und bäcker und hatte in portugal vor einigen jahren eine bäckerei.
        man kann diesen restteig, wenn er dann ein paar tage alt ist durchaus als sauerteig bezeichnen.
        beim regulären sauerteig (gibt´s übrigens etliche verschiedene varianten) werden zutaten wie gewürze, salz und fett usw. normalerweise nicht mitverwendet sondern kommen erst in den zu verabeitenden teig. außerdem wird sauerteig in D in erster linie dazu benutzt das kleberfreie roggenmehl backfähig zu machen. ohne den St würde ein gebäck aus oder mit roggenmehl zwar aufgehen, hätte aber keinen stand, heißt es würde wieder auf teiggröße zusammenfallen sobald es seine maximale größe erreicht hat.
        die struktur deines brotes entsteht durch die eiweiße gliadin und glutenin die gemeinhin als klebereiweiß bezeichnet werden.
        da diese wasserunlöslich sind bilden sie beim kneten des teiges ein dreidimensionales s.g. klebergerüst. die im teig befindliche luft, das CO2 der hefe und der beim backen entstehende wasserdampf machen aus dem kleber sowas wie den schaum in der badewanne. wenn das eiweiß ab knapp 50°C gerinnt, also fest wird, hast du die struktur die du siehst wenn du dein gebäck anschneidest. ohne das eiweiß fällt das ganze nach dem backen einfach wieder zusammen.

        sorry für´s dozieren und liebe grüße
        martin

        1. Lieber Martin,
          ich bin etwas sprachlos… Was für eine grandioser Beitrag von Dir. Diese Infos runden mien ˋHalbwissenˋ ganz gut ab, gleich mal wieder was gelernt. DANKESCHÖN!!! Keine Angst vorm Dozieren, das war echt anschaulich beschrieben, mit dem Badeschaum und so :). Ich möchte die nächsten Tage versuchen einen eigenen Roggensauer zu ziehen. So einfach 1 TL Mehl mit 1TL Wasser mischen, jeden Tag, nach 4 Tagen soll es schon sauer riechen. Gibt es noch etwas, was ich uuuuuunbedingt beachten sollte? Oder einfach drauf los? Ich hab ein bisserl Bedenken wegen der Temperatur, habe was von konstanten 25Grad gelesen. Ist aber im Womo, welches in der marokkanischen Sonne steht nicht möglich.
          Liebste Grüße, Doreen

          1. hallo doreen,
            mach dir man keine allzu großen gedanken wegen der temperatur.
            bäcker die ihren sauer selber ansetzen haben dafür elektronisch temperaturgesteuerte behälter oder gärschränke.
            als normalmensch oder kleiner handwerksbäcker kommt man auch gut ohne high tech dieser sorte aus!
            ein Tl mehl + 1Tl wasser x 4 ist in relation zu deinen 400g mehl die du für dein weißbrot nimmst nicht viel. die o.g. 20% zum teig sind eher etwas das du auch dann schmeckst und merkst wenn der ansatz noch jung ist.
            keine zeit mehr. bald weitere infos

            liebe grüße martin

          2. Hallo Martin,
            Danke für die vielen Tipp! Ich fang dann einfach mal mit dem Starter an 🙂

  2. und ich dacht in der wüste stehen nur kamele
    ^^
    muahahaha
    aber sieht gut aus dein brot 🙂
    ich würde auf salz und zucker verzichten wollen
    und statt dessen schinkenwürfel zumischen
    die sind ja schon salzig
    aber irgendwas fehlt mir denn noch geschmacklich
    aber was ?
    gruß ronny

  3. Wow,
    was für tolle Beiträge, ich könnte stundenlangen hier stöbern.
    Tolle Seite.
    Ich freu mich auf meinen nächsten Urlaub mit dem Omia und eure Rezepte. Ich bin auch ein „ausprobierer“ und werde es euch mitteilen, was mir gelungen ist. 😉

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